Professor Dr. Ulrich Sowada     (zurück zur Übersicht)

Dunkle Energie

  • Freitag, 3. April 2020, 20:00 Uhr
    Mediendom der Fachhochschule Kiel • Sokratesplatz 6, 24114 Kiel
    Kuppelvortrag mit Prof. Dr. Ulrich Sowada und Thomas Schröder

Unser Universum dehnt sich mit zunehmender Geschwindigkeit aus. Dafür scheint eine bisher unbekannte Energiequelle verantwortlich zu sein. Prof. Dr. Sowada erläutert in einem allgemeinverständlichen Vortrag, was die Astronomen auf diese Theorie der Dunklen Energie brachte. Thomas Schröder rundet mit Mitteln moderner Planetariumstechnik das Programm ab.

Die Entdeckung des Urknalls war wohl die wichtigste Entdeckung von Edwin Hubble: vor 13,8 Milliarden Jahren sind Materie, Raum und Zeit entstanden. Seither fliegen die Galaxien auseinander. Wie bei einem Silvester-Knaller gilt: Je weiter sie voneinander entfernt sind, desto größer ist die Geschwindigkeit, mit der sie sich voneinander entfernen. Um dies zu entdecken, musste Hubble an vielen Galaxien zwei Messungen ausführen: Entfernung und Geschwindigkeit.

Entfernungen im Universum kann man mit der Methode „Standard-Kerze“ bestimmen: Für einen bestimmten Typ von variablen Sternen ist von Henrietta Swan Leavitt vor 100 Jahren entdeckt worden, dass seine absolute Helligkeit (d. h. in einer festen Entfernung) immer gleich ist. Wenn zwei Sterne dieses Typs verschieden hell erscheinen, dann muss es an der unterschiedlichen Entfernung liegen. Diese Sterne kommen in allen Galaxien vor.

Die Messung der Geschwindigkeit einer Galaxie in Blickrichtung misst man mit Hilfe des Doppler-Effekts: Die Wellenlängen des Lichts bestimmter Fraunhofer-Linien sind gegenüber Messungen auf der Erde verschoben. Die Größe der Verschiebung ist ein Maß für die Geschwindigkeit.

Für die Messung sehr großer Entfernungen zu sehr weit entfernten Galaxien sind die etablierten Standard-Kerzen jedoch zu dunkel. Gibt es eine hellere Standard-Kerze? Zu den lichtstärksten und energiereichsten Vorgängen im Universum gehören Supernovae. Supernovae sind Explosionen, in denen innerhalb weniger Tage mehr Energie freigesetzt wird als von einem normalen Stern während seiner gesamten Existenz. Es gibt einen Typ von Supernova, für den der Ablauf der Helligkeitsentwicklung immer auf gleiche Art erfolgt. Leider sind diese Ereignisse sehr selten. Mit sehr lichtstarken Teleskopen sind Aufnahmen des Himmels gemacht worden, die Millionen von Galaxien enthalten. Indem diese Aufnahmen regelmäßig wiederholt und miteinander verglichen werden, konnten innerhalb weniger Jahre ca. 1000 Supernovae beobachtet werden.

Das unerwartete Ergebnis ist: Die Expansion geschieht beschleunigt! Woher kommt die Energie dafür? Diese Energie wird als „Dunkle Energie“ bezeichnet, und mehr ist über sie bisher nicht bekannt. Für die Entdeckung der beschleunigten Expansion des Universums wurde für das Jahr 2011 der Physik-Nobelpreis vergeben.

Im Anschluss an den Vortrag bei gutem Wetter:
Besuch der Sternwarte mit Blick durch das dortige Fernrohr.
Sternwarte der Fachhochschule Kiel, Sokratesplatz 2 (Hochhaus, 7. Etage)

eso0804a

Large-scale structures
Pressebild der eso

Die bereitgestellten Informationen auf dieser Internetpräsenz wurden sorgfältig geprüft und werden regelmäßig aktualisiert. Jedoch kann keine Garantie dafür übernommen werden, dass alle Angaben zu jeder Zeit vollständig, richtig und in letzter Aktualität dargestellt sind.
Alle Angaben können ohne vorherige Ankündigung ergänzt, entfernt oder geändert werden.
Hiermit distanzieren wir uns ausdrücklich von allen Inhalten aller Internetpräsenzen, auf die von allen Seiten unserer Internetpräsenz verwiesen wird und machen uns diese Inhalte nicht zu Eigen.

Prof. Dr. U. Sowada, Kontakt:

u@sow

www.sowada-online.de