Professor Dr. Ulrich Sowada     (zurück zur Übersicht)

Dunkle Materie

  • Freitag, 21. Februar 2020, 18:30 Uhr
    Mediendom der Fachhochschule Kiel • Sokratesplatz 6, 24114 Kiel
    Kuppelvortrag mit Prof. Dr. Ulrich Sowada und Thomas Schröder

Unser tägliches Leben ist bestimmt durch die Materie, die wir im Physik- und im Chemie-Unterricht kennengelernt haben. Astronomische Beobachtungen legen nun die Existenz von Dunkler Materie nahe; wie kommt man darauf? Prof. Dr. Sowada erläutert in einem allgemeinverständlichen Vortrag, welche Beobachtungen die Astronomen auf diesen Gedanken brachte. Thomas Schröder rundet mit Mitteln moderner Planetariumstechnik das Programm ab.

Sterne sind im Universum nicht gleichmäßig verteilt, sondern in Galaxien konzentriert. Aber auch diese Galaxien sind nicht gleichmäßig verteilt. Es gibt Galaxien-Haufen mit vielen hundert bis tausend Galaxien, die miteinander in Wechselwirkung stehen und innerhalb derer die einzelnen Galaxien eigenständige Bewegungen ausführen. Als diese Bewegungen vor 85 Jahren erstmals gemessen wurden, hat der Schweizer Astrophysiker Fritz Zwicky zur Erklärung der Resultate eine „Dunkle Materie“ gefordert. Man kann sie nicht sehen, aber die Gravitationsanziehung dieser Dunklen Materie dominiert diese Bewegungen.

Einige massive Galaxien scheinen ein interstellares Gas zu haben, das mehrere zig Millionen Grad heiß ist. Dieses Gas kann allein von der Anziehung der sichtbaren Materie nicht in der Galaxie gehalten werden und sollte eigentlich die Galaxie verlassen. Warum bleibt das Gas in den Galaxien? Die unsichtbare Dunkle Materie wird gegenwärtig als Ursache angenommen.

Spiralgalaxien führen im Universum zwei Arten von Bewegungen aus, eine Rotation um ein meist helles Zentrum und eine Bewegung in Blickrichtung von der Erde aus. Messungen haben gezeigt, dass die Bewegung der Sterne um das Zentrum einem anderen Gesetz gehorchen als die Bewegung der Planeten um die Sonne. Eigentlich sollten sich die weiter außen gelegenen Sterne eine viel geringere Geschwindigkeit haben, ähnlich wie die Planeten in unserem Sonnensystem. Messungen haben aber gezeigt, dass in Spiralgalaxien die Rotationsgeschwindigkeit der Sterne mit größer werdendem Abstand zum Zentrum der Galaxie nicht abnimmt.

Dunkle Materie scheint weder Licht zu verschlucken noch auszusenden; ihre einzige Ähnlichkeit mit unserer bekannten Materie scheint in der Massenanziehung zu liegen. Die Natur der Dunklen Materie ist gegenwärtig eines der großen Rätsel. Wissenschaftliche Rätsel verlangen nach Lösung.

Im Anschluss an den Vortrag bei gutem Wetter:
Besuch der Sternwarte mit Blick durch das dortige Fernrohr.
Sternwarte der Fachhochschule Kiel, Sokratesplatz 2 (Hochhaus, 7. Etage)

Abell_520

Falschfarbenbild des Galaxienhaufens Abell 520
Von X-ray: NASA/CXC/UVic./A. Mahdavi et al.
https://de.wikipedia.org/wiki/Abell_520#/media/Datei:Abell_520.PNG, Gemeinfrei

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